Archivieren bis zum 27. Januar 2001

#1

Hallo zusammen,

ich hatte vor einiger langer Zeit ein Erlebnis, dass ich gerne mal zur Diskussion aufwerfen würde. Es ist mittlerweile lange genug her, so dass ich den benötigten Abstand dazu habe.

Kurz gesagt: ich hatte mich in ein Mädchen in einem Salon verliebt. Wer und welcher Salon spielt nichts zur Sache.

Das ganze entwickelte sich sehr rassant. Sie war damals neu in dem Salon und schon der Anblick warf mich um. Ich habe natürlich dann auch sofort mit ihr ein Date durchgezogen und war noch begeisterter. Vor allem aber, weil der Sex Part irgendwie nur ein klitzekleiner Teil davon war. Ich habe es (fast) noch mehr genossen, mit ihr zu reden, zu diskutieren und zu lachen. Ich meinte eigentlich auch, dass es auf Gegenseitigkeit beruhen würde. Ich bin dann noch 2 mal hingegangen aber irgendwie habe ich gemerkt, dass ich mich selber damit betrüge. Ich wusste, entweder es würde etwas festes mit ihr werden, oder ich musste es lassen, da ich nachher eigentlich immer ein wenig deprimiert war.

So schrieb ich ihr also einen Brief und erklärte ihr meine Situation, und dass ich sie gerne mal näher kennenlernen wollte, aber ganz ungezwungen und ohne Hintergedanken an Gratis-Sex oder so. Es wurde ein sehr langer Brief in der ich zu erklären versuchte, dass mir wirklich etwas an Ihr als Person liegt. Ich gab ihr auch meine Tel-Nummer und Adresse, wo sie sich melden konnte. Den Brief habe ich ihr im Salon vorbeigebracht und bin dann wieder gegangen.

Doch ich hörte nichts von ihr. Ich wartete 2 Wochen, dann schrieb ich ihr nochmals. Ich wollte aber nicht als aufdringlich gelten oder sie belästigen, deshalb habe ich ihr geschrieben, dass ich eigentlich nur eine Antwort wolle, ob jetzt ja oder nein oder vielleicht wäre eigentlich egal, solange ich wenigstens nicht im Unbewussten sei. Den Brief habe ich damals nur eingeworfen, da ich sie nicht in Verlegenheit bringen wollte.

Doch ich hörte seither nichts von ihr und habe mich auch nicht mehr gemeldet. Ich war um eine sehr schmerzhafte Erfahrung reicher. Ich musste Erkennen, dass alles was ich dachte würde uns verbinden, vielleicht nur gespielt war. Sie hat während unseren 3 Treffen ein paar Mal betont, dass es mit mir anders sei, weil es immer witzig war. Und sie hat auch echt gelacht, ich glaube soviel kann ich erkennen.

Vielleicht hatte sie aber auch nur Angst oder wollte aus anderen Gründen nicht. Das werde ich leider nie erfahren. Da sie immer noch in dem Salon arbeitet, ist der natürlich für mich jetzt Tabu. Ich will weder sie noch mich in Verlegenheit bringen. Vielleicht liest sie ja diese Zeilen irgendwann einmal und dann soll sie wissen, dass ich nicht böse auf sie bin.

Was meint ihr zu der Geschichte? Hätte ich anders reagieren sollen? Mehr Nachhaken? Oder nicht? Habt ihr etwas ähnliches vielleicht schon erlebt oder mitbekommen? Kann sowas überhaupt gut gehen? Fragen über Fragen…

Ich will aber nochmal betonen, dass ich dem Girl weder böse noch nachtragend bin…

Nazgul

#2

Ich denke mal, sie wird Deine Anwesenheit sicher genossen haben und Dich sympathisch gefunden haben. Es ist angenehm, sympathische Kunden zu haben. Natürlich ist bei einem solchen Job die “schauspielerische Begabung” extrem wichtig. Aber noch etwas ist wichtig: Eine Grenze aufbauen zu können, eine Art Schutzwall zwischen Job und Privatleben. Ich denke, man kann das irgendwie mit einem Arzt vergleichen: Jeder Patient ist ihm extrem wichtig, dennoch muss er nach Dienst abschalten können, sonst fressen ihn die Probleme seiner Patienten auf.
Auf Dein Erlebnis bezogen: Vielleicht ist es manchmal unglaublich schwierig, diesen Schutzwall zu überwinden. Ich denke, Du hast einen Versuch übernommen, und ich finde es gut, dass Du respektiert, dass sie Dir nicht geantwortet hat.

Norbert

#3

Nazgul, ich finde Du hast Dich sehr anständig verhalten. Aber: wie schon Norbert schrieb, ist die ‘Schauspielerei’ bestimmt das A und O in diesem Job. Die müssenm doch Ihren Kunden das Gefühl geben, dass eben gerade ER soooo ganz anders sei, dass es ganz besonders schön sei mit IHM etc. Ziel: der Kunde soll wieder kommen und das Geschäft jeweils möglichst flott von der Bühne gehen. Ob dann eine solche Beziehung gut gehen kann? Da bin ich sehr, sehr skeptisch. Kämst Du damit klar, dass Deine Liebste vielleicht just gerade jetzt mit einem andern rummacht? Dann die latente Gefahr, dass sie was aufliest oder einem Gewalttäter in die Hände gerät? Was weisst Du schon über ihr Privatleben; vielleicht hat sie einen Stenz, eine Familie oder Riesenschulden zu Hause.
Mag sein, dass hier dann auch eine Art Mitleid ins Spiel kommt und eine Art ‘freundschaftlicher Helfer-Instinkt’ (toller Ausdruch, nicht?) aufgebaut wird. Vergiss eins nicht: diese Frauen tun einen Job, geben sich stets gutgelaunt und aufgestellt. Wie aber sind sie privat? Wahrscheinlich wie alle: mit Launen, Problemen (das sowieso bei diesem Job), Aengsten und, und, und. Wahrscheinlich hast Du Dir mit Deinem fairen Vorgehen jede Menge Aerger und Nerven gespart. Und noch was: Diese Frauen haben sich an ein Luxusleben gewöhnt, es ist immer genug Zaster da. Findet nun ein solches Girl einen Freund, der darauf besteht, dass sie nichts mehr mit der Branche zu tun haben darf, weil er damit nicht klarkommt, so ist das schlimmste immer noch nicht ausgestanden. Was ist, wenn das Schätzli auf einmal Lust auf eine tolle Reise oder einen Sportwagen kriegt, was ist wenn das Haushaltsbudget gegen Ende Monat überzogen wird? Dann wirst Du jederzeit damit rechnen müssen, dass sie den einfachsten Weg wählen wird. Und der heisst leider nicht ‘Verzicht’ sondern… Kämst Du damit klar? Ich finde, Du hast Dich einwandfrei verhalten, auch wenn dann immer etwas Seelenschmetter zurückbleibt.

#4

Nur eine kurze Anmerkung:

Ich stimme fast allem Obenstehendem zu,nur:
Die mit dem “Luxusleben” sind die seltende Ausnahme! Ich glaube, daß die anderen Probleme (Zuhälter, Familie, Schulden, usw…) das Luxus-Problem bei weitem überwiegen.

Interssant wäre ich hier wirklich die Meinung einer Betroffenen zu hören.

Papageno

#5

Ich habe Sympathie immer als sehr wichtig erachtet. Wer hier die älteren Beiträge von mir durchstöbert wird das nachvollziehen können. Man sollte aber Sympathie nicht mit Liebe verwechseln. Ich glaube kaum das aus einer Girl-Kunde-Beziehung etwas wird. Aber es ist doch ein Versuch wert, wenn man sich so stark zu dem Girl hingezogen fühlt.

Superseven

#6

Hallo Nazgul

Es ist relativ einfach, anhand Deines Berichtes herauszufinden, um welches Mädchen es sich handelt. Ich kann Deine “Betörtheit” nachvollziehen, denn sie ist wirklich ein Super-Mädchen! Noch besser gefällt sie mir, wenn sie normale Freizeitkleider trägt, da muss man dann ein bisschen genauer hinschauen, um den Juwel wirklich zu erkennen.
Wir müssen uns aber eines im klaren sein: Auch wenn ein Mädchen sehr nett ist und uns aufmerksam bedient und Dich als Kunden auch irrsinnig sympathisch findet, heisst es noch nicht, dass sie sich in Dich verliebt. Dann begreife ich ihre Reaktion, wenn sie Abstand hält, weil Du Dir vielleicht sonst Hoffnungen machst, welche sie nicht erfüllen will und kann.

Leider kenne ich das Mädchen privat auch nicht, weiss nicht, wie sie drauf ist morgens früh, wenn der Wecker abgeht, etc. Vielleicht war es auch nicht der richtige Augenblick, sie hat ja ziemlich neu mit diesem Job angefangen, woraus Du ja entnehmen kannst, dass sie jetzt wohl kaum Lust auf eine “Liebesbeziehung” haben wird.

Und dann noch was: vielleicht will sie ja auch nicht eine Beziehung mit einem Kunden, von denen sie ja weiss, dass sie “Salonbesucher” sind, was vielleicht bei ihr auch keine Begeisterung weckt.

Im übrigen stimme ich meinen Vorredner zu: Die Sache mit der Liebe ist dann nicht so einfach bei einem Mädchen in diesem Beruf. Ob man das psychologisch verkraften kann, dass sie anderen Männern ihren Körper anbietet, ist eine grosse Frage. Es wird dann schwierig später zu unterscheiden zwischen Seitensprung und echter “Arbeit”.

Ich hoffe, Dir das Mädchen etwas nähergebracht zu haben.

Gruss

Tesoro Blanco

#7

Zu dieser interessanten Diskussion möchte ich gerne auch meinen Teil noch beitragen.
Ich habe eine fast einjährige Beziehung mit einem Salonmädchen hinter mir.Dass es überhaupt dazu kam ist wohl darauf zurückzuführen,dass ich das besagte Mädchen privat kennengelernt hatte.Schon damals erklärte sie mir,dass die Mädchen in den Salons sowas wie einen "Ehrenkodex"hätten,der ihnen verbietet,etwas mit einem Gast zu haben.Nur selten käme es zu Ausnahmen.
Nun,nach dieser Beziehung bin ich nicht frustriert,aber um eine Erfahrung reicher.
Ich musste erkennen,dass Mädchen in diesem Beruf mit dem ansteigen ihrer finanziellen Möglichkeiten auch schnell den Sinn für die Realität verlieren.Sie haben grösste Probleme,ein normales Leben zu führen,denn dies ist nunmal nicht so ein normaler Job,wie man es von “insidern” häufig hört.
Wenn euch meine Erfahrungen diesbezüglich interessieren,bin ich gerne bereit die Probleme in einer solchen Beziehung näher zu schildern.
Ich kann nach meinen Erfahrungen Papagenos Aussage nicht zustimmen.Der überwiegende Grossteil beginnt diesen Job nicht aus finanziellen Schwierigkeiten,sondern wegen der finanziellen Aussichten und der Möglichkeit,ohne entsprechende Anstrengungen ein Luxus Leben führen zu dürfen.
Diese Erkentnis vermittelten mir zahlreiche "Arbeitskoleginnen"meiner Exfreundinn,aus den verschiedensten Salons.

Gruss

Berti

#8

Interessante Frage - was bewegt Mädchen, Prostituierte zu werden. Leider ist das ja kein gesellschaftlich wirklich akzeptierter Beruf. Denkst Du, gibt es da Unterschiede zwischen Schweizerinnen und ausländischen Mädchen, z.B. aus dem ehemaligen Ostblock? Und wie werden Deiner Meinung nach erste Kontakte in diese Szene gebildet, wie ist der typische Einstieg?

Hast Du das Gefühl, deine Exfreundin oder viele Ihrer Kolleginnen heben total ab, vernachlässigen aber, dass es sich bei diesen Einkommensverhältnissen oft nur um ein Phänomen von einigen Jahren handelt, mit anschliessender harter Landung?

Gruss

Norbert

#9

Ein tiefsinniges Thema! Hier meine Erfahrungen: Vor Jahren lernte ich während der Ferien eine nette, sportliche und sympathische Frau kennen. Bestimmt kein Super-Fotimodell, aber sicher hübsch und nett. Nach einigen losen Treffen beim Sport, schenkte sie mir reinen Wein ein und erzählte offen, dass sie eine ‘Gelegenheits-Dame-des-ältesten-Gewerbes’ (sorry, musste mich hier vorsichtig ausdrücken, weil ich den andern Ausdruck einfach nicht über die Tasten bringe). Das war ein eigentlicher Hammer, denn niemals hätte ich ihr sowas zugetraut. Aber sie spielte wenigstens mit offenen Karten, was mich beeindruckte und bewog, die Freundschaft weiterhin zu pflegen. Wir sahen uns dann immer wieder; an der guten Beziehung änderte sich nichts, im Gegenteil. Aber Sex war und ist tabu. Dafür wuchs unsere Freundschaft step by step. Heute, nach über 4 Jahren, haben wir ein eigentliches Bruder/Schwester-Verhältnis, das wir auf keinen Fall aufs Spiel setzen werden. Sie ist in einer festen Beziehung, hat aber mir gegenüber trotzdem kaum Geheimnisse. Auch sie gibt zu, dass dieser Job gewiss nicht das Gelbe vom Ei ist. Wenn man zusehends nur mit Leuten aus dem Milieu und Freiern verkehrt und den Draht zum echten Leben verliert, kann das üble Folgen haben. Sie gibt auch zu, dass die Gefahr bestehe, dass sie ihr Selbstvertrauen nur noch über ihren Verdienst aufbauen kann. Was aber, wenn sie später nicht mehr gefragt ist? Wer wird ihr dann beistehen? Freunde gibt sie kaum mehr, weil die meisten, die davon erfuhren, sich aus dem Staube gemacht haben. Diese Gratwanderung des Doppellebens ist sehr gefährlich und für manche Frauen endet sie später mit dem Absturz. Wenn sie dann von ihren Erlebnissen erzählt und was sie persönlich über ihre Kundschaft denkt, dann wird klar, dass dies alles andere als ein Traumjob ist. Eine aufrichtige, tiefe Beziehung mit einem solchen Girl einzugehen, ist für mich wohl unmöglich. Die Belastung wäre viel zu gross. Auch die Tatsache, dass es in solchen Etablissements regelmässig zu Pannen (defekte Gummis) kommt, gibt zu denken. Und den Aids-Test scheuen viele Frauen wie der Teufel das Weihwasser. In dieser Beziehung setzt ein Verdrängungsmechanismus ein. Ueber kurz oder lang kann das wohl kaum gut gehen. Vielen ist nicht klar, dass auch ein Doppelleben trotzdem nur eine (!!) einzige Gesundheit beinhaltet. Es ist offenbar wie eine Sucht; hat eine Frau erstmal gesehen, wie leicht sie zu Geld kommt, so geht das immer weiter. Und viele bieten immer riskantere Praktiken an (Konkurrenzdruck lässt grüssen). Für mich ist inzwischen eins klar: Einem Mann, dem es nicht ausmacht, dass seine bessere Hälfte diesen Job ausübt, der profitiert entweder finanziell davon oder aber liebt seine Frau/Freundin nicht wirklich. Meistens trifft wohl beides gleichzeitig zu. Fazit: Wie oben schon von andern Teilnehmern erwähnt, sind solche Beziehungen wohl extrem schwierig und der Seelenschmerz droht allgegenwärtig - sofern man für die Dame wirkliche Gefühle (und vielleicht auch Aengste) empfindet. Tschuldigung, hoffentlich hab ich nun keinem den Spass am Forum oder seinem Feierabendvergnügen gestohlen, aber ich wollte mal meine Ansichten miteingeben. Das Forum finde ich inhaltlich und niveaumässig auch gelungen; ich für meinen Teil gehöre aber sonst eher zum Typ: ‘Interessierter Mitleser’, was aber nicht ausschliesst, dass ich mich wieder mal hier melden werde.

#10

Deine Fragen ,Norbert,möchte ich gerne versuchen zu beantworten.
Was die Mädchen zur Ausübung dieses Jobs bewegt ?
Zunächstsollte man unbedingt einen Unterschied zwischen solchen Mädchen machen,die nebenbei zur Aufbesserung der finanziellen Lage arbeiten,und denen,die “100%” arbeiten und hiervon leben.Natürlich gibt es Mädchen,die unter grossem finanziellen Druck stehen und daher diesen Weg wählen.Meistens hören sie jedoch dann bei Erreichen des Ziels auch umgehend auf.Ich habe auch schon Mädchen kennengelernt,vorallem sehr junge,die hoffen,dadurch ihre sexuellen “Fragen” umfassend beantwortet zu bekommem und eben alles auszuprobieren.
Meistens liegt der Grund jedoch anderswo.
Es sind nicht angehende Anwältinnen,Arztinnen oder Kaderbankerinnen,die in Salons arbeiten.Vielfach sind es Mädchen mit durchschnittlicher bis schlechter Ausbildung(dass soll keine Abqualifikation sein!),welche auf normalem Weg wohl kaum in finanziell hehere Sphären kommen würden.Insbeondere auch Mädchen,die ein grosses Bedürfnis an Unabhängigkeit haben.Kontakte herzustellen ist nicht sehr schwer.Die Mädchen heute werden nicht angesprochen.Nein,sie melden sich,ermutigt durch die verharmlosenden Berichte im TV,meist direkt im Salon.Dann geht alles sehr schnell.Haben sie beim ersten Gast noch ein mulmiges Gefühl,ändert sich von Gast zu Gast immer mehr.Gerade beim Einstieg verdienen die Mädchen dann schnell schwindelerregend viel.Und hat sich das Mädchen dann an den Job gewöhnt,geht alles wie von selbst.Durch das viele Geld und die dauernden Komplimente der Gäste beginnen die Mädchen schnell abzuheben.Man bewegt sich in exlusiven Kreisen,wird von wohlhabenden Herren bezirzt und glaubt,dazuzugehören.Der Lebensrythmus ändert sich.Spät Aufstehen,spät zu Bett gehen.Teuere Sachen mit einem Lächeln zu bezahlen.Und immer Annerkennung ,sei es von Profisportlern und TV Stars,welche in den Salons stets bestens bekannt sind oder sonstigen Gästen,die die Mädchen zu “vermeintlichen” Stars hochstilisieren.
Spät nur merken alle diese Mädchen ,welchen “preis” sie für das dazugehören zahlen.Eines Tages kommt ein “frisches” Mädchen in den Salon und vorbei ist es mit der Herrlichkeit.Man ist ja nicht mehr neu…
Auch die Herren Wohlhabenden haben nur sexuelles Interesse.Jetzt beginnt die andere Phase,nämlich jene des Grenzüberschreitens.Die Mädchen wissen genau,dass sie meilenweit weg sind vom realen Leben.Diese Angst treibt sie dazu, ihre Tabus in den Salons immer mehr zu senken,damit sie den Lebensstandard weiter aufrechterhalten können.Nätürlich treten nun die jene Herren Gäste auf den Plan,die wohl sonst beruflich eher wenig zu sagen haben.Ihr Gebärden vertragen die Mädchen weit weniger,als die meisten denken.Das Resultat ist dann eine regelmässige Flucht in den Alkohol und in Drogen,manchmal im Salon,manchmal erst im Ausgang.
Ein solches Mädchen auf den richtigen Weg zurückzubringen ist viel schwieriger,als man denkt.
Es ist nämlich nicht der Job,der ein Mädchen zum Bleiben zwingt,sondern die Frage nach dem Was nachher.Die wenigsten sparen oder legen ihr Geld an,denn sie glauben,dass sie dann immer noch einen reichen Herren heiraten können.Welch bitteres Aufwachen,wenn erkannt werden muss,dass man als leichtes Mädchen eben jahrelang nur ein Spielzeug der Wohlahbenden Herren war…

Diese Gedanken sollen natürlich nicht den Job verteufeln.Ich profitiere ja auch davon.Es soll uns nur vor Augen halten wie hoch der Preis für ein solches Mädchen eben ist.Abschliessend kenne ich kein Mädchen aus dem Millieu,dass eine längerfristig gut funktionierende Beziehung hat

Berti

#11

Berti, Dein letzter Abschnitt bringt es auf den Punkt. Längerfristig lohnt sich der Einstieg in Milieu wohl für die allerwenigsten. Und wahrscheinich nicht mal für die! Wie soll denn eine gut funktionierende Beziehung während jener Lebensphase (ist ja eigentlich das beste Alter!) überhaupt funktionieren können? Viele dieser Frauen wünschen sich doch über kurz oder lang einen aufrechten, lieben Kerl - spätestens dann, wenn sich die Hoffnungen auf eine Heirat mit einem steinreichen Onkel zerschlagen haben. Aber welcher Mann, der mit dem ganzen Milieu nichts am Hut hat, will denn eine solche (ausrangierte) Dame? Die Vergangenheit zu verleugnen wäre sicher fatal, sowas kommt immer ans Tageslicht. Diese Versteckspiele würden die Beziehung massiv belasten. Und was würden die Familie des neuen Freundes davon halten, wenn die Wahrheit ans Tageslicht käme? Deswegen ist für die meisten der Einstieg ins Milieu gleichbedeutend mit einer Sackgasse. Du schreibst, dass manche in den Alkohol oder gar Drogen flüchten. Da mag sicher was dran sein. Allerdings frag ich mich, ob und wie man dies einer Frau ansieht, wenn sie dies alles nur noch mit solchen ‘Hilfsmitteln’ erdulden kann. Hattest Du diesbezüglich schon Begegnungen mit solchen Damen? Wie merkt man das?

#12

Zu Deiner Frage Mo:

Es ist natürlich nicht so,dass jedes Mädchen in diesem Millieu eine drogenabhängige Alkoholikerin ist.Desweiteren trifft es auch nicht zu,dass die Mädchen uns Gäste nur mit diesen “Hilfsmitteln” ertragen.Es hängt sicherlich auch ein bisschen von der charakterlichen Festigkeit jedes Mädchens ab,inwiefern der Einfluss steigt.Ich habe Mädchen kennengelernt,die den ganzen Job ziemlich gefasst und ohne probleme machen.Meistens sind das aber auch jene,welche sich über die kurzlebigkeit des Geschäfts klar sind und dementsprechend realistisch ans Werk gehen.
Als gezwungenermassener Insider hatte ich während meiner Beziehung oft auch Einblick in den Aufenthaltsraum der Mädchen und häufig die Möglichkeit,nach Arbeitsschluss mit ihnen fortzugehen. Du wirst den Alkohol nicht bei jedem Mädchen sofort erkennen.Hierfür ist ihrerseits gesorgt,denn Wodka ist geruchsfrei.Generell ist zu sagen ,dass die Mädchen die erwähnten Sachen zur Enthemmung benützen und weniger zur Betäubung.Daher wirst Du wohl auch kaum ein angetrunkenes Mädchen treffen.

Ich hoffe,Deine Frage beantwortet zu haben.

Gruss

Berti

#13

Ehrenkodex
Es ist nicht ein Ehrenkodex unter den Mädchen, dass sie nichts mit einem “Gast” haben. Dies ist
eine klare Vorschrift von den Eigentümern der Clubs, Salons etc. Hält sich ein Mädchen nicht daran, dann verliert sie ihren Arbeitsplatz!
Im übrigen gibt es sicherlich viele Gründe einen solchen Job zu machen. Wie schon erwähnt lockt halt das schnelle Geld oder der Schuh drückt überall. Und die Ausländerinnen habe fast keine andere Chance einen Job zu kriegen, müssen sie doch sich selber und ihre Familie durchkriegen und öfters noch ihrem “Ehemann” regelmässige Zahlungen leisten.

#14

Betr. Ehrenkodex

Es trifft zwar zu,dass die Clubbesitzer solche Dates auch nicht wollen.Aber ich bin noch nie einem Mädchen begegnet,welches das als Vorschrift sieht.Auch habe ich noch kein Mädchen gesehen,das deswegen rausgeworfen worden wäre.

Berti

#15

Hallo, hallo, hätte nicht gedacht, dass der Bericht so ein grosses Echo aufwirft… ist aber mega interessant.

Eines möchte ich aber noch anfügen. Mir war die Problematik Girl/Kunde bewusst. Aber was mich verletzt hat war, gar nichts zu hören. Ich hätte jedes Nein akzeptiert, per Brief, auf dem Tel-Beantworter, was auch immer. Das habe ich ihr auch 2 mal geschrieben. Gut, keine Antwort war auch eine Antwort, aber ich dachte, mindestens eine Antwort, und sei sie noch sei klein, hätte ich verdient.

Ich weiss nicht ob eine Beziehung eine Chance gehabt hätte. Ob ich mit Ihrem Beruf klar gekommen wäre, oder nicht. Ich war auch nicht von Anfang an auf eine Beziehung oder so aus. Ich wollte sie einfach als Mensch näher kennenlernen. Ist das so falsch? Darf man das nicht? Spielt es da so eine Rolle wo man sich kennengelernt hat? Sie bietet eine Dienstleistung an und ich habe sie genutzt, da ich im Moment keine Beziehung habe. Macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Fragen über Fragen…

Nazgul

#16

noch was vergessen…

Tesoro: Rein aus Neugier… kannst Du mir per e-mail sagen, welches Mädchen Du meinst? Danke

Nazgul

#17

Ja Mo, Du bist zu beneiden um Deine Beziehung zu diesem Mädchen. Es gab eine Zeit, da hätte ich viel gegeben, einmal auf diese Weise hinter die Kulissen zu schauen. Vor ein paar Monaten erschien ein NZZ-Folio zum Thema ,Sexgeschäfte,. Da waren ein paar interessante Artikel drin. Eine Journalistin, zum Beispiel, ging ein paar Abende als Stripperin in ein Lokal in St. Pauli und schrieb nachher darüber. Wäre natürlich das Grösste, wenn mal ein Salonmädchen ungeschminkt über ihren Einstieg und ihr Leben am Arbeitsplatz schreiben würde. Das wird aber wohl ein unerfüllter Wunsch bleiben.

#18

Shiraz, zu beneiden sei ich? Ich kann Dir was sagen: bei aller Sympathie zu dieser Frau; so kostet sowas auch Kraft, auch wenn wir kein Paar sind, sondern gute Freunde. Sehen wir uns mal (ist relativ selten, da wir inzwischen nicht mehr in derselben Gegend wohnen), so reden wir so gut wie nie über diese Branche. Sie mag nicht und ist froh, wenn sie mal jemanden von ausserhalb bei sich hat und über andere Dinge reden kann. Und ich will gar nicht alles wissen, weil es einem einfach belastet. Es ist sicher eine aussergewöhnliche Freundschaft, die manche Klippen umwunden hat (zum Beispiel dürfen die Familienangehörigen nicht wissen, welchen Job das Girl nebenbei ausübt). Die wissen natürlich von der Freundschaft - haben allerdings nicht die geringste Ahnung vom Doppelleben. Nicht einfach, das ganze, aber trotzdem lohnenswert, die Freundschaft fortzusetzen. Klar, ich hab dennoch einiges mitbekommen, was so läuft - und es hat mich vieles nachdenklich gestimmt.

#19

Shiraz,nach meiner Beziehung kann ich Dir nur sagen,dass Du Dich glücklich schätzen kannst,diese Erfahrung nicht gemacht zu haben.Ich habe eine lange Zeit den naiven Glauben gehabt,das ganze managen zu können.Heute weiss ich,dass dies ehrlich gesagt nicht möglich ist.Vergiss nie,diese Mädchen sind im Grunde genommen Menschen,wie Du und ich,aber leben wie Du und ich,das kannst Du mit ihnen eben nicht.
Natürlich sind die Mädchen um jeden "seriösen"Kontakt glücklich.Aber es ist einfach wie eine Wand.Man pickelt ständig an ihr.Sie bröckelt nur,kaputt geht sie nicht.Und es kommt der Tag,wo man eben keine Kraft mehr hat zu pickeln…

Berti

#20

Berti, ich glaub, ich kann mit Dir mitfühlen, auch wenn es sich bei mir ‘nur’ um eine gute Freundschaft handelt. Was meinst Du aber mit dem ‘an die Wand pickeln’? Hast Du auf sie eingeredet mit dem Job aufzuhören oder ihr immer wieder eingebleut, 100% sicher zu verhüten? Und sie hat von Deinen Ratschlägen nichts wissen wollen? Es ist leider so, dass bei diesen Girls das Geld oftmals sogar über der eigenen Gesundheit und der Aussicht auf ein glückliches Privatleben steht. Die allermeisten merken es erst, wenn alles zu spät ist und alle Kontakte zum ‘normalen’ Leben und zu den alten Freunden abgebrochen sind. Alt, verbraucht und total einsam, davon haben allerdings viele Girls Bammel.
Nur: den Schritt raus zu wagen, das tun die wenigsten. Grund: siehe oben. Das nennt man wohl ‘Teufelskreis’.